Donnerstag, 30. April 2020

Die Suche nach dem Selbst.

Und plötzlich bin ich wieder da.
... wobei plötzlich einen Zeitraum von 4 Jahren darstellt.
Jahre, in denen bei mir mir viel passiert ist - sei es beruflich oder privat.

Es ist ein komisches, aber auch gutes Gefühl nun endlich zurückzukehren und diesen Blog wiederzubeleben. Ganz, nicht halbherzig.
Ich habe aufgrund meines Studiums, beruflicher Fortbildungen und diverser anderer Themen das Bloggen, meine Schreibnacht-Aktivitäten, das Lesen und auch das Schreiben quasi auf Eis gelegt.
Es gab Tage, da war ich furchtbar motiviert und dann war der Kuss der Muse nur noch zu einem kaum wahrnehmbaren Hauch einer Erinnerung geworden und die Tage zogen ungenutzt vorbei.
Wobei ich "ungenutzt" als ein zu krasses Wort empfinde - schließlich war es nicht so, dass ich auf der faulen Haut gelegen hätte, aber ich fand immer Gründe. Andere Dinge waren wichtiger, mal fehlte es mir an Energie oder der Drang nach Perfektionismus war zu groß.

Ich habe den Blick dafür verloren, dass mir all das ...
- das Schreiben
- das Lesen
... mal Spaß bereitet hat. Dass ich es geliebt habe.

Es ist nicht gut, sich im Alltag zu verlieren und noch schlimmer: es gar nicht zu bemerken.
Rückblickend frage ich mich, wie ich so verdammt blind sein konnte und warum ich es nicht einfach probiert habe. Egal, wie andere über meinen unordentlichen InstaFeed oder meinen nicht mit regelmäßigen Posts versorgten Blog urteilen würden. Doch es ist die Angst, zu versagen, die ihre knochigen Finger um die Kehle legt und einfach zu drückt. Die Angst, die aus einem Selbstanspruch resultiert, den andere für mich als Maßstab festgelegt haben.

Doch ist es nicht in Ordnung, unperfekt zu sein? Fehler bringen einen weiter - durch sie wird man klüger. Man weiß, was man will und was nicht und wie man dieses umsetzen kann. Sie sind doch das, was das Leben ausmacht. Ich meine, ein Buch, in welchem der Protagonist, niemals scheitert - alle Herausforderungen auf Anhieb meistert, ist keines, das ich lesen möchte. Denn es hat nichts Spannendes an sich, nichts, womit ich mich selbst identifizieren kann.

Ich fühle mich, als sei ich aufgewacht - doch noch klebt der Schlaf in meinen Augenwinkeln und der Traum der vergangenen Nacht hält mich noch zwischen Realität und Fantasie gefangen. Es fällt mir noch schwer, klar zu sehen und vor allem - zu verstehen. Aber langsam bekomme ich das Chaos in mir geordnet.

Ich möchte nicht länger nach Ausreden suchen. Ich möchte bloggen, schreiben, lesen - das Leben genießen und bei dem, was ich tue Spaß haben. Ich möchte nicht nach Likes und Follower jagen und dabei vergessen, warum ich das hier eigentlich tue - warum ich angefangen habe, zu bloggen oder zu schreiben. Ich möchte lernen, meinem Bauchgefühl zu vertrauen - mich von den Erwartungshaltungen lösen, die nicht meine sind und die überdenken, die die Gesellschaft als "normal" definiert.

Vielleicht möchte ich nicht normal sein.
Vielleicht möchte ich die chaotische Autorin sein, die seit 8 Jahren ein tolles Buchprojekt im Kopf hat, ihren Feed und Blog immer wieder umbaut und kryptische Gedanken formuliert - mit der Hoffnung, dass es doch Menschen gibt, die mich verstehen werden.

Ich will Autorin sein und das bedeutet für mich: Schluss damit, Ausreden zu finden.
Schluss damit, den Kampf zwischen Perfektionismus und Individualismus zu führen und ausschließlich in schwarz-weiß zu denken.

Jetzt heißt es, einfach anzufangen - und zwar so, wie es sich für mich richtig anfühlt.








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